Baustahl · Werkstoff 1.8722 · HB450 Verschleißblech
HB450: hochabriebfestes Verschleißblech mit rund 450 HBW
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HB450 (Werkstoffnummer 1.8722) ist ein hochabriebfestes Verschleißblech mit einer Nennhärte von rund 450 HBW. Es wird durch Vergüten – Härten und Anlassen – hergestellt und bietet eine höhere Verschleißfestigkeit als HB400, ohne die Verarbeitbarkeit vollständig einzubüßen. Verschleißbleche werden nicht über eine feste Normbezeichnung, sondern über ihre garantierte Härte definiert und unter Markennamen wie Hardox, Dillidur, XAR oder RAEX gehandelt.
Rund 450 HBW
Die Härte ist der entscheidende Kennwert: ca. 450 HBW bieten hohe Abriebfestigkeit bei stark abrasiver Beanspruchung.
Hoch verschleißfest
Widersteht Reibung, Schlag und Abrasion deutlich besser als HB400 – für längere Standzeiten unter harter Beanspruchung.
Ausgewogen härter
Mehr Härte als HB400, aber noch handhabbarer als HB500 – ein guter Kompromiss bei starkem Abrieb.
Schweiß- und kantbar
Lässt sich schweißen und kanten – mit größerem Biegeradius und, je nach Dicke, mit Vorwärmen nach Herstellervorgabe.
Korrosionsschutz nötig
HB450 ist niedriglegiert und nicht rostbeständig. Für den Außeneinsatz lackieren, pulverbeschichten oder verzinken.
Laserschneidbar
Wird mit Sauerstoff geschnitten; Dicke und Härte bestimmen die wirtschaftlichen Grenzen.
Live aus dem Herstellerangebot
Verfügbare Blechdicken, Oberflächen und Bauteilgrößen
Diese Übersicht wird automatisch aus dem tatsächlichen Angebot der teilnehmenden orderspot-Hersteller erzeugt. Sie zeigt je Oberfläche, welche Blechdicken verfügbar sind, wie groß Ihr Bauteil maximal werden darf und ob Gravur bzw. Markierung möglich ist.
Warmgewalzt
| Dicke | Max. Bauteilgröße | Gravur |
|---|---|---|
| 4 mm | 2.992 × 1.492 mm | ✓ |
| 5 mm | 2.992 × 1.492 mm | ✓ |
| 6 mm | 2.992 × 1.492 mm | ✓ |
| 8 mm | 2.992 × 1.492 mm | ✓ |
| 10 mm | 2.992 × 1.492 mm | ✓ |
| 12 mm | 2.992 × 1.492 mm | ✓ |
| 15 mm | 2.992 × 1.492 mm | ✓ |
| 20 mm | 2.992 × 1.492 mm | ✓ |
Verfügbarkeiten, Blechdicken und maximale Bauteilgrößen werden automatisch aus dem aktuellen Angebot der orderspot-Hersteller ermittelt. Die Spalte „Gravur" zeigt an, ob Hersteller, die dieses Maß anbieten, auch Gravur bzw. Markierung ausführen.
Werkstoffkunde
Eigenschaften und typische Anwendungen von HB450
Verschleißbleche wie HB450 sind niedriglegierte Vergütungsstähle. Durch Wasserhärten und anschließendes Anlassen entsteht ein martensitisches Gefüge, das dem Blech seine hohe Härte gibt. Die Zahl im Namen bezeichnet die ungefähre Brinellhärte in HBW – bei HB450 also rund 450 HBW. Weil es keine übergreifende EN-Norm für Verschleißbleche gibt, ist die garantierte Härte laut Herstellerdatenblatt das maßgebliche Kriterium.
HB450 liegt zwischen dem universellen HB400 und dem sehr harten HB500. Es wird gewählt, wenn stärkerer Abrieb eine höhere Härte verlangt, die Zähigkeit und Verarbeitbarkeit aber noch möglichst gut bleiben sollen. Wie unlegierter Baustahl ist HB450 nicht korrosionsbeständig und wird bei Bedarf beschichtet oder verzinkt.
Typische Einsatzbereiche
- Baggerschaufeln, Löffel und Verschleißkanten
- Brecher-, Sieb- und Mühlenauskleidungen
- Schütten, Rutschen und Trichter
- Container-, Mulden- und Kippauskleidungen
- Recycling- und Aufbereitungstechnik
- Verschleiß- und Panzerplatten
- Stark abrasiv beanspruchte Laserteile
Verschleißbleche der Klasse rund 450 HBW werden unter verschiedenen Markennamen gehandelt – die Zahl steht dabei für die Härte. Gängige Handelsnamen sind Hardox, Dillidur, XAR und RAEX (jeweils mit der Härtezahl, z. B. Hardox 450 oder XAR 450). Maßgeblich für die Auswahl ist immer die garantierte Härte in HBW.
Fertigung
HB450 laserschneiden, kanten und schützen
Über orderspot fertigen spezialisierte Betriebe Ihre Bauteile aus HB450 mit modernen Lasern. Beim Laserschneiden wird meist Sauerstoff als Schneidgas eingesetzt; Blechdicke und Härte bestimmen die wirtschaftlichen Grenzen. Anschließend werden die Zuschnitte gebogen und abgekantet – bei Verschleißblechen mit größeren Biegeradien quer zur Walzrichtung –, entgratet oder mit Gewinden versehen.
Weil niedriglegierter Verschleißstahl rostet, lässt sich HB450 für den Außeneinsatz verzinken, lackieren oder pulverbeschichten. Beim Schweißen und Umformen sind die Herstellervorgaben zu Vorwärmen und Mindestbiegeradius zu beachten. Welche Anarbeitungen, Oberflächen und Bauteilgrößen möglich sind, hängt vom jeweiligen Hersteller ab – und genau das macht orderspot für jede Position transparent. Als Nachweis der Werkstoffgüte ist auf Wunsch ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 erhältlich.
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Technische Daten
Technische Eigenschaften von HB450
Verschleißbleche sind nicht über eine EN-Norm, sondern über ihre garantierte Härte in HBW definiert. Die folgenden Kennwerte gelten für HB450 (1.8722) als Blech; chemische Zusammensetzung und exakte Festigkeitswerte sind herstellerspezifisch. Rohre und Stabstähle gehören nicht zum orderspot-Angebot und sind hier bewusst nicht berücksichtigt.
Härte (maßgeblicher Kennwert)
Brinellhärte HBW nach Herstellerdatenblatt; Nennhärte und typischer Bereich.
| Nennhärte | ca. 450 HBW |
| Typischer Härtebereich | ca. 425–475 HBW |
| Lieferzustand | vergütet (gehärtet und angelassen) |
Chemische Charakteristik
Die genaue Zusammensetzung ist herstellerspezifisch; maßgeblich ist die garantierte Härte. Angegeben ist der Legierungscharakter.
| Legierungstyp | Niedriglegierter Vergütungsstahl (gehärtet und angelassen) |
| Härteträger | Kohlenstoff, mit der Härteklasse steigend |
| Legierungselemente | u. a. Mangan, Chrom, teils Nickel, Molybdän und Bor (herstellerabhängig) |
| Begleitelemente | Phosphor und Schwefel auf niedrige Gehalte begrenzt |
Physikalische Eigenschaften (bei 20 °C)
Richtwerte für niedriglegierten Vergütungsstahl.
| Dichte | 7,80 g/cm³ |
| Elastizitätsmodul | 210 kN/mm² (210 GPa) |
| Wärmeausdehnung (20–100 °C) | ca. 12 × 10⁻⁶ K⁻¹ |
| Spezifische Wärmekapazität | ca. 460 J/(kg·K) |
| Magnetisierbar | ja (ferromagnetisch) |
Markennamen und Härteklassen
Verschleißbleche werden unter Markennamen gehandelt, die die Härtezahl im Namen führen.
| Werkstoffnummer | 1.8722 |
| Härteklasse | ~ 450 HBW |
| Markennamen (Beispiele) | Hardox, Dillidur, XAR, RAEX (jeweils mit Härtezahl, z. B. Hardox 450, XAR 450) |
Häufige Alternativen zu HB450 – und wann sie sinnvoll sind
Alle genannten Werkstoffe sind als Blech verfügbar; Rohre und Stabstähle sind nicht Teil des Vergleichs.
| Werkstoff | Kurzcharakter | Statt HB450 sinnvoll, wenn … |
|---|---|---|
| HB400 (1.8714) | Verschleißblech ~400 HBW | etwas geringerer Abrieb auftritt und die Verarbeitbarkeit wichtiger ist |
| HB500 (1.8734) | Verschleißblech ~500 HBW | extremer Verschleiß maximale Härte erfordert |
| HB300 (1.8704) | Verschleißblech ~300 HBW | nur mäßiger Abrieb auftritt und einfache Verarbeitung zählt |
| S355J2 (1.0577) | zäher Konstruktionsbaustahl | Schweiß- und Umformeignung wichtiger sind als Abriebschutz |
| S700MC (1.8974) | hochfester Feinkornbaustahl | hohe Streckgrenze statt Verschleißfestigkeit gefragt ist |
Gut zu wissen
Häufige Fragen zu HB450
Was ist ein HB450-Verschleißblech?
HB450 (1.8722) ist ein hochabriebfestes Verschleißblech mit einer Nennhärte von rund 450 HBW. Es wird durch Härten und Anlassen vergütet und unter Markennamen wie Hardox, Dillidur, XAR oder RAEX gehandelt. Maßgeblich ist die garantierte Härte in HBW.
Wie hart ist HB450?
Die Nennhärte liegt bei etwa 450 HBW, der typische Bereich bei rund 425–475 HBW. HB450 liegt damit zwischen dem universellen HB400 und dem sehr harten HB500.
Lässt sich HB450 schweißen und kanten?
Ja. HB450 lässt sich schweißen und kanten. Wegen der höheren Härte sind Vorwärmen und größere Biegeradien quer zur Walzrichtung wichtiger als bei weicheren Güten – die Herstellervorgaben sind zu beachten.
Rostet HB450?
Ja. HB450 ist ein niedriglegierter Stahl und nicht korrosionsbeständig. Für den Außeneinsatz wird das Blech lackiert, pulverbeschichtet oder verzinkt.
Wann HB450 statt HB400 oder HB500?
HB450 ist der Kompromiss zwischen dem gut verarbeitbaren HB400 und dem sehr harten, aber spröderen HB500. Es passt, wenn der Abrieb für HB400 zu hoch ist, HB500 aber wegen der Verarbeitbarkeit nicht zwingend nötig ist.
