Baustahl · Werkstoff 1.8704 · HB300 Verschleißblech
HB300: abriebfestes Verschleißblech mit rund 300 HBW
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HB300 (Werkstoffnummer 1.8704) ist ein abriebfestes Verschleißblech mit einer Nennhärte von rund 300 HBW. Es wird durch Vergüten – Härten und Anlassen – hergestellt und bietet gegenüber normalem Baustahl eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Verschleiß durch Reibung, Schlag und Abrasion. Verschleißbleche werden nicht über eine feste Normbezeichnung, sondern über ihre garantierte Härte definiert und unter Markennamen wie Hardox, Dillidur, XAR oder RAEX gehandelt.
Rund 300 HBW
Die Härte ist der entscheidende Kennwert: ca. 300 HBW sorgen für gute Abriebfestigkeit bei noch guter Bearbeitbarkeit.
Verschleißfest
Widersteht Reibung, Schlag und Abrasion deutlich besser als unlegierter Baustahl – die Standzeit steigt spürbar.
Zäher Einstieg in die Verschleißklasse
Als weichste der Verschleißgüten verbindet HB300 Abriebschutz mit vergleichsweise guter Zähigkeit und Verarbeitbarkeit.
Schweiß- und kantbar
Lässt sich schweißen und kanten – mit passendem Biegeradius und, je nach Dicke, mit Vorwärmen nach Herstellervorgabe.
Korrosionsschutz nötig
HB300 ist niedriglegiert und nicht rostbeständig. Für den Außeneinsatz lackieren, pulverbeschichten oder verzinken.
Laserschneidbar
Wird mit Sauerstoff geschnitten; Dicke und Härte bestimmen die wirtschaftlichen Grenzen.
Live aus dem Herstellerangebot
Verfügbare Blechdicken, Oberflächen und Bauteilgrößen
Diese Übersicht wird automatisch aus dem tatsächlichen Angebot der teilnehmenden orderspot-Hersteller erzeugt. Sie zeigt je Oberfläche, welche Blechdicken verfügbar sind, wie groß Ihr Bauteil maximal werden darf und ob Gravur bzw. Markierung möglich ist.
Warmgewalzt
Im System hinterlegte Blechdicken: 3 · 4 · 5 · 6 · 8 · 10 · 12 · 15 · 20 · 25 · 30 mm
Dieses Material anfragenVerfügbarkeiten, Blechdicken und maximale Bauteilgrößen werden automatisch aus dem aktuellen Angebot der orderspot-Hersteller ermittelt. Die Spalte „Gravur" zeigt an, ob Hersteller, die dieses Maß anbieten, auch Gravur bzw. Markierung ausführen.
Werkstoffkunde
Eigenschaften und typische Anwendungen von HB300
Verschleißbleche wie HB300 sind niedriglegierte Vergütungsstähle. Durch Wasserhärten und anschließendes Anlassen entsteht ein martensitisches Gefüge, das dem Blech seine hohe Härte gibt. Die Zahl im Namen bezeichnet die ungefähre Brinellhärte in HBW – bei HB300 also rund 300 HBW. Weil es keine übergreifende EN-Norm für Verschleißbleche gibt, ist die garantierte Härte laut Herstellerdatenblatt das maßgebliche Kriterium.
HB300 ist die weichste der gängigen Verschleißklassen und daher am einfachsten zu verarbeiten. Wo stärkerer Abrieb auftritt, kommen die härteren Güten HB400, HB450 oder HB500 zum Einsatz. Wie unlegierter Baustahl ist HB300 nicht korrosionsbeständig und wird bei Bedarf beschichtet oder verzinkt.
Typische Einsatzbereiche
- Schütten, Rutschen und Trichter
- Förder- und Schüttguttechnik
- Container- und Muldenauskleidungen
- Baumaschinen und Anbaugeräte
- Recycling- und Aufbereitungsanlagen
- Verschleiß- und Panzerplatten
- Abrasiv beanspruchte Laserteile
Verschleißbleche der Klasse rund 300 HBW werden unter verschiedenen Markennamen gehandelt – die Zahl steht dabei für die Härte. Gängige Handelsnamen sind Hardox, Dillidur, XAR und RAEX (jeweils mit der zugehörigen Härtezahl, z. B. XAR 300 oder Dillidur 325). Maßgeblich für die Auswahl ist immer die garantierte Härte in HBW.
Fertigung
HB300 laserschneiden, kanten und schützen
Über orderspot fertigen spezialisierte Betriebe Ihre Bauteile aus HB300 mit modernen Lasern. Beim Laserschneiden wird meist Sauerstoff als Schneidgas eingesetzt; Blechdicke und Härte bestimmen die wirtschaftlichen Grenzen. Anschließend werden die Zuschnitte gebogen und abgekantet – bei Verschleißblechen mit größeren Biegeradien quer zur Walzrichtung –, entgratet oder mit Gewinden versehen.
Weil niedriglegierter Verschleißstahl rostet, lässt sich HB300 für den Außeneinsatz verzinken, lackieren oder pulverbeschichten. Beim Schweißen und Umformen sind die Herstellervorgaben zu Vorwärmen und Mindestbiegeradius zu beachten. Welche Anarbeitungen, Oberflächen und Bauteilgrößen möglich sind, hängt vom jeweiligen Hersteller ab – und genau das macht orderspot für jede Position transparent. Als Nachweis der Werkstoffgüte ist auf Wunsch ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 erhältlich.
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Technische Daten
Technische Eigenschaften von HB300
Verschleißbleche sind nicht über eine EN-Norm, sondern über ihre garantierte Härte in HBW definiert. Die folgenden Kennwerte gelten für HB300 (1.8704) als Blech; chemische Zusammensetzung und exakte Festigkeitswerte sind herstellerspezifisch. Rohre und Stabstähle gehören nicht zum orderspot-Angebot und sind hier bewusst nicht berücksichtigt.
Härte (maßgeblicher Kennwert)
Brinellhärte HBW nach Herstellerdatenblatt; Nennhärte und typischer Bereich.
| Nennhärte | ca. 300 HBW |
| Typischer Härtebereich | ca. 280–340 HBW |
| Lieferzustand | vergütet (gehärtet und angelassen) |
Chemische Charakteristik
Die genaue Zusammensetzung ist herstellerspezifisch; maßgeblich ist die garantierte Härte. Angegeben ist der Legierungscharakter.
| Legierungstyp | Niedriglegierter Vergütungsstahl (gehärtet und angelassen) |
| Härteträger | Kohlenstoff, mit der Härteklasse steigend |
| Legierungselemente | u. a. Mangan, Chrom, teils Nickel, Molybdän und Bor (herstellerabhängig) |
| Begleitelemente | Phosphor und Schwefel auf niedrige Gehalte begrenzt |
Physikalische Eigenschaften (bei 20 °C)
Richtwerte für niedriglegierten Vergütungsstahl.
| Dichte | 7,80 g/cm³ |
| Elastizitätsmodul | 210 kN/mm² (210 GPa) |
| Wärmeausdehnung (20–100 °C) | ca. 12 × 10⁻⁶ K⁻¹ |
| Spezifische Wärmekapazität | ca. 460 J/(kg·K) |
| Magnetisierbar | ja (ferromagnetisch) |
Markennamen und Härteklassen
Verschleißbleche werden unter Markennamen gehandelt, die die Härtezahl im Namen führen.
| Werkstoffnummer | 1.8704 |
| Härteklasse | ~ 300 HBW |
| Markennamen (Beispiele) | Hardox, Dillidur, XAR, RAEX (jeweils mit Härtezahl, z. B. XAR 300, Dillidur 325) |
Häufige Alternativen zu HB300 – und wann sie sinnvoll sind
Alle genannten Werkstoffe sind als Blech verfügbar; Rohre und Stabstähle sind nicht Teil des Vergleichs.
| Werkstoff | Kurzcharakter | Statt HB300 sinnvoll, wenn … |
|---|---|---|
| HB400 (1.8714) | Verschleißblech ~400 HBW | stärkerer Abrieb höhere Härte verlangt |
| HB450 (1.8722) | Verschleißblech ~450 HBW | hohe Abrasion bei noch guter Verarbeitbarkeit auftritt |
| HB500 (1.8734) | Verschleißblech ~500 HBW | extremer Verschleiß maximale Härte erfordert |
| S355J2 (1.0577) | zäher Konstruktionsbaustahl | Schweiß- und Umformeignung wichtiger sind als Abriebschutz |
| S700MC (1.8974) | hochfester Feinkornbaustahl | hohe Streckgrenze statt Verschleißfestigkeit gefragt ist |
Gut zu wissen
Häufige Fragen zu HB300
Was ist ein HB300-Verschleißblech?
HB300 (1.8704) ist ein abriebfestes Verschleißblech mit einer Nennhärte von rund 300 HBW. Es wird durch Härten und Anlassen vergütet und unter Markennamen wie Hardox, Dillidur, XAR oder RAEX gehandelt. Maßgeblich ist die garantierte Härte in HBW.
Wie hart ist HB300?
Die Nennhärte liegt bei etwa 300 HBW, der typische Bereich bei rund 280–340 HBW. Damit ist HB300 die weichste und am einfachsten zu verarbeitende der gängigen Verschleißklassen.
Lässt sich HB300 schweißen und kanten?
Ja. HB300 lässt sich schweißen und kanten. Je nach Blechdicke ist Vorwärmen sinnvoll, und beim Abkanten sind größere Biegeradien quer zur Walzrichtung einzuhalten – die Herstellervorgaben sind zu beachten.
Rostet HB300?
Ja. HB300 ist ein niedriglegierter Stahl und nicht korrosionsbeständig. Für den Außeneinsatz wird das Blech lackiert, pulverbeschichtet oder verzinkt.
Wann sollte ich statt HB300 eine härtere Güte wählen?
Bei stärkerem Abrieb bieten HB400, HB450 oder HB500 eine höhere Verschleißfestigkeit. Mit steigender Härte nehmen allerdings Zähigkeit und Verarbeitbarkeit ab, weshalb die Güte zur Beanspruchung passen sollte.
